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.: Alexander Ohgke

1. Warum kandidieren Sie für den Bezirkstag?
Immer mehr wird Politik so wahrgenommen, als ob da etwas weit weg von einem geschieht. Der Eindruck trügt nicht, dass sich der anonyme Apparat verselbstständigt hat und zuallererst um den Erhalt seiner Macht besorgt ist.
So ist es nahezu zwangsläufig, dass sich viele und gerade Jugendliche von der Politik verabschiedet haben. Und dies, obwohl durchaus Bereitschaft besteht, sich für Ziele einzusetzen, die über nur individuelle Anliegen hinaus gehen. Doch dafür fehlt die geeignete Plattform, die Zugang zu zivilgesellschaftlichem Engagement ermöglicht. Der Bezirkstag könnte zu solch einer Plattform gestaltet werden und so mehr Demokratie an der Basis zu verwirklichen.

2. Was möchten Sie in den nächsten fünf Jahren, sofern Sie gewählt werden, für junge Menschen im Bezirk Schwaben erreichen?
Eine vorrangige Aufgabe für den Bezirkstag ist, die Jugendbildungsarbeit zu fördern und zu intensivieren. Hier möchte ich Zugänge öffnen, durch die (nicht nur, aber vor allem) junge Menschen ihre Vorstellungen darüber einbringen, wie sie in ihrer Region, in ihrem Bezirk politisch handeln wollen.

3. Welche Rolle spielen für Sie die Tätigkeiten der schwäbischen  Jugendverbände und des Bezirksjugendring Schwaben?
Die Parteien haben immer mehr an Attraktivität für junge Menschen verloren (dies ist nicht nur ein Problem für die SPD). Daher ist wichtig, dass andere, vielleicht vielversprechendere Formen der Beteiligung am politischen und sozialen Leben gestützt werden. Jugendverbände sind solche Organisationen, die verhindern können, dass Staat und Gesellschaft nur unter parteipolitischen Aspekten beurteilt werden, und die verdeutlichen können, dass die Parteien nur „mitwirken“ (wie es im Grundgesetz heißt), aber eben nicht die alleinige Interpretations- und Verfügungsmacht haben.

4. Waren Sie selbst in der Jugendarbeit (bzw. in der Evangelischen Jugend) aktiv und wenn ja  welche Erfahrungen haben Sie aus diesem Engagement mitgenommen?
Als Lehrkraft bin ich in einer Region tätig, in der es nur wenig Angebote für Jugendliche gibt. Deshalb ist mir wichtig, meine Schülerinnen und Schüler auf Initiativen aufmerksam zu machen, die für sie gedacht sind. Schulische und außerschulische Bildungsarbeit können sich hier sinnvoll ergänzen.
Eine überaus positive Erfahrung war für mich, als ich mich mit Schülern aus meiner Schule am Aktionsbündnis gegen den „Bayerntag“ der NPD beteiligen konnte. Ich habe mich sehr über die große Bereitschaft der Jugendlichen gefreut hier mitzumachen, und werde mich darum bemühen, ähnliche Initiativen im sozialen und politischen Bereich mit meiner Tätigkeit an der Schule zu verbinden.

5. Welche Rollen spielen christliche Werte bei Ihren politischen Entscheidungen?
Eines meiner Unterrichtsfächer ist evangelische Religionslehre, und da habe ich in den letzen Jahrzehnten zur Kenntnis nehmen müssen, dass kirchlich repräsentierte Religion für Jugendliche gravierend an Bedeutung verloren hat.
Analog zu den oben angesprochenen Entwicklungen im politischen Bereich scheint es mir so zu sein, dass gar keine aktive Auseinandersetzung mit traditionellen christlichen Werten mehr stattfindet. Vielmehr ist es wohl so, das Kirche und Christentum in der Wahrnehmung der meisten Jugendlichen gar nicht mehr präsent und daher belang- und bedeutungslos für die Lebensplanung sind.
Darüber kann man kann darüber zwar jammern, aber weitaus sinnvoller ist mir, die Sinnsuche (die ja weder geschwunden noch hinfällig ist) ohne Vorbehalt ernst zu nehmen. Christliche Werte können hierbei richtungsweisend sein, stehen aber in Konkurrenz zu vielen anderen möglichen Orientierungen. Für welche sich eine(r) letztlich entscheidet, ist eigener Entschluss und eigene Verantwortung. Das Festhalten an traditionellen christlichen Werten ist hierbei nicht ausgeschlossen, kann aber in einer pluralen Gesellschaft nicht (mehr) maßgebend sein.

Du hast noch eine Frage an den Kandidaten?
 Dann schreib Alexander Ohgke eine eMail!

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Direktkandidat Günzburg
Listenkandidat Platz 10

Seminarrektor
verheiratet, 1 Kind